Der launenhafte König

 

Werbung* (weil unbezahlte Buchempfehlung)

In meinen Workshops und Fortbildungen verwende ich häufig Geschichten, die meine TeilnehmerInnen staunen lassen, Wege aufzeigen, sich selbst aus einer schwierigen Lage zu befreien oder die eigene Situation aus einer neuen Perspektive zu betrachten.

 

Das Buch "Komm, ich erzähl dir eine Geschichte" von Jorge Bucay (Fischerverlage) ist mir dabei eine große Hilfe. Es ist ein wahrer Schatz und "voll von zauberhaften Geschichten, die einem helfen, sich selbst zu helfen." (Bücher-Zeitung)

 

Eine dieser Geschichten ist "Der launenhafte König". Sie greift ein Thema auf, welches sowohl Kindern als auch uns Erwachsenen gut bekannt sein dürfte: Die Wirkung eines schlechten Tages auf unser Gemüt, unsere Worte, unsere Taten und natürlich auch auf unser nahes Umfeld.

Der launenhafte König



Jorge Bucay erzählt in seinem Buch die Geschichte eines Königs, der sehr unter seiner Launenhaftigkeit litt. Manche seiner Tage waren von Beginn an einfach nur wundervoll. Er genoss sie voll und ganz und erfüllte alle Wünsche seiner Untertanen. Und manche jedoch waren schwarze Tage. Alles störte ihn. Er regierte gegen sein Volk und das Wort, welches er am meisten gebrauchte, war "nein". Er beschloss, etwas gegen seine Launen zu unternehmen und lud alle Weisen, Magier und Zauberer zu sich ein. Er beauftragte sie, nach einer Lösung für sein Problem zu suchen. Nach einer Weile traten sie vor den König und gaben zu, kein Mittel gefunden zu haben. Der König fing an zu weinen.

 

Am nächsten Tag kam ein Fremder und überreichte dem König ein kleines Lederkästchen mit einem Gegenmittel. Der König öffnete es und sah einen schlichten Silberring. Der Fremde erklärte dem König, wie dieser Ring seine Wirkung entfalten und dem König helfen kann: Jeden Morgen beim Aufstehen soll der König die Inschrift lesen und sich jedes Mal an sie erinnern, wenn er den Ring ansah. Der König nahm den Ring in die Hand und las laut vor:

"Sei dir bewußt, dass auch das vergänglich ist."

"Kindern erzählt man Geschichten zum Einschlafen - Erwachsenen, damit sie aufwachen." Jorge Bucay


Gute und schlechte, helle und dunkle, gelbe und schwarze Tage - Beide gehören zu unserem Leben dazu. Nach einer regnerischen Zeit genießen wir die sonnigen Tage viel mehr als eine langanhaltende Hitzewelle durchzustehen. Und wie sehr freuen wir uns dann über einen Regentag! Sich der Vergänglichkeit der schönen Tage bewusst zu werden, kann uns dazu verhelfen, sie mehr und mit allen Sinnen zu genießen. Die Vergänglichkeit der schlechten Tage gibt uns Zuversicht und Mut, diesen Tag möglichst ohne bleibende Schäden zu gestalten, die wir sonst tage-, wochen-, ja sogar jahrelang reparieren und wiedergutmachen müssten.

 

Was also unterscheidet einen schlechten Tag, den Du fluchend, quälend, kraftlos, streitend und oft auch weinend hinter Dich bringst von einem, über den Du Dir frühzeitig bewusst wirst?

 

Nehmen wir einmal an, Du merkst im Laufe des Vormittags "Heute ist ein schrecklicher Tag!" und siehst den Ring an Deinem Finger, (oder ein Armband, eine Karte, einen Bildschirmhintergrund...) der Dir sagt, dass auch dieser miese Tag vorbei gehen wird. Was kann die Alternative zum Sich-durch-den-Tag-quälen sein?

 

Die Ideen, die ich Dir hier zeigen möchte, haben alle eine Gemeinsamkeit: Sie nehmen Dir das Gefühl, diesem miesen Tag ausgeliefert zu sein. Sie machen Dich handlungsfähig. Du selbst kannst tätig werden und so zur Lösung beitragen. Wenn sich also der nächste schlimme Tag anbahnt, probiere Folgendes aus und frage Dich:

  • Was muss heute wirklich sein? Überlege Dir, was Du zwingend an diesem Tag erledigen musst und was noch einen Tag warten kann. Sortiere aus!
  • Was macht heute wirklich Sinn? Sport? Badewanne? Lesen? Neuen Blogeintrag schreiben? Kochen? Lieferservice? Spieleabend? Verwöhnabend?
  • Wo muss ich wirklich hin? Überprüfe, welcher Termin stattfinden muss und welcher sich vielleicht verschieben oder gar absagen lässt.
  • Was tut mir gut? Frage Dich, was Du Dir Gutes tun kannst, um leichter durch den Tag zu kommen. Verlängerte Mittagspause? Kleiner Spaziergang? Zwischenstop beim Lieblingsbäcker? Eine Blume für den Schreibtisch?
  • Welche Entscheidung steht an? Verschiebe eine anstehende wichtige Entscheidung um einen Tag und bitte die Menschen, die auf Deine Antwort warten um ein klein wenig Geduld. Das nimmt Dir viel Druck.
  • Was kann ich abgeben? Sortiere Deine Aufgaben. Welche willst/musst Du selbst erledigen? Welche lassen sich an Helfer abgeben?
  • Wie kann ich mich entlasten? Erwäge die Möglichkeit, ein paar Überstunden abzubauen und Deinen Arbeitstag zu verkürzen.
  • Wer kann mir helfen? Bitte um Unterstützung. Hole Dir Hilfe. Hast Du das Gefühl, Dich in einer langen Phase solcher Tage verfangen zu haben, lasse Dich frühzeitig professionell beraten.

In einer schwierigen Situation selbstwirksam zu sein und zum eigenen Wohlbefinden beizutragen, kann und sollte bereits im Kindesalter erlernt werden. In meinem Blogeintrag "Glücklichtage sammeln - Mit Kindern Stimmungsgläser gestalten" zeige ich Dir eine Idee, wie Du Kinder in diesem Lernprozess begleiten kannst.

"Ein schlechter Tag ist noch kein schlechtes Leben." Phil Bosmans


Die miesen Tage ganz aus Deinem Leben zu verbannen, wird Dir nicht gelingen. Doch es kann Dir gelingen, sie anders zu nutzen. Tage, die bereits mit einem schrecklichen Traum, einem verschütteten Kaffee, einem Stau und einem heftigen Konflikt mit der Kollegin beginnen sind vermutlich weniger dazu geeignet, ein 20-Seiten-Konzept zu erstellen, ein enorm wichtiges Gespräch zu führen oder ein Vier-Gänge-Menü zum Abendessen zu servieren...

 

Manchmal glaube ich, dass auch diese Tage ihren Sinn haben. Vielleicht wollen sie uns darauf hinweisen, wieder besser auf uns und unsere Grenzen zu achten. Wieder ein paar Gänge zurückschalten, die Batterien aufladen, fehlenden Schlaf nachholen. Vielleicht wollen sie uns Zeit geben, über etwas nachzudenken, bevor wir überstürzt handeln. Und wenn wir sie frühzeitig wahrnehmen und uns bewusst werden, dass sie vergänglich sind, können wir ihnen auch die Chance geben, uns ein klein wenig nützlich zu sein.

Die vollständige Geschichte und noch viele wundervolle mehr findest Du im Buch "Komm ich erzähl dir eine Geschichte" von Jorge Bucay (Fischerverlage ISBN 978-3-596-03373-7). Hast Du eine Buchhandlung in Wohnortnähe? Dann freuen sich die Inhaber bestimmt über Deine Unterstützung, wenn Du das Buch bei ihnen bestellst. Im Bayreuther Raum kann ich Dir die Buchhandlung Breuer & Sohn sehr empfehlen.

 

Ich hoffe sehr, dass ich Dir mit dieser stärkenden Geschichte ein paar neue Impulse zur Selbstfürsorge zeigen konnte. Ich freue mich sehr auf Deinen Kommentar und Deine Rückmeldung!

 

Ganz liebe Grüße, Deine Anastasia

 

*Dieser Blogeintrag wird als Werbung markiert. Ich habe den vorgestellten Artikel selbst gekauft, in der Praxis ausprobiert und möchte ihn Dir weiterempfehlen. Ich stehe in keiner Partnerschaft zum oder erhalte Produktionshilfe vom Hersteller.

Hier schreibe ich für Dich!


Anastasia Weinberg

Systemische Beraterin (DGSF)

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